Ecco la luce!

Luce ist endlich erwachsen geworden. Mit einem eigenen Winzer und einem modernen Weinkeller wird Frescobaldis Vorzeigewein Tribut gezollt.

Tenuta Luce della Vite

Dieses intensive, leuchtende Gelb – das Auge kann sich kaum daran satt sehen! Südlich von Siena zieht ein Sonnenblumenfeld nach dem anderen an uns vorbei. Hohen Zypressen, die lange Auffahrten säumen, führen zu alten Landgütern. Sie scheinen die vielen Weiler und die unzähligen Kirchen und Kapellen zu bewachen, zu denen die Pilger gestern wie heute unterwegs sind. Es ist eine Ecke der Toskana von aussergewöhnlicher Schönheit. Erstmals besiedelt während der Zeit der Etrusker. Zwar mag die etruskische Zivilisation unter den Füssen Roms zerstört worden sein, aber das Volk verschwand nicht; ihre Nachkommen sind die heutigen Toskaner – immer noch unabhängig, technisch neugierig – und begeisterte Liebhaber exzellenter Weine. In den Hügeln rund um die Stadt Montalcino liegt das berühmte Herz des toskanischen Weinbaus. Das kleine Städtchen am Ombrone ist die Heimat von einem der bekanntesten Weine Italiens: Hier wird 100% Sangiovese in Brunello di Montalcino-Wein umgewandelt (der erste italienische Wein, dem die höchste Appellation Denominazione di Origine Controllata e Garantita (DOCG) zuerkannt wurde). Ein Rotwein, der in jedem Weinkeller der Welt einen Ehrenplatz einnimmt und mit dem sich Profit erzielen lässt. Inzwischen widmen sich in dieser Region rund 250 Winzer diesem legendären Rotwein.

Christian Näf beim Melken einer Gemsfarbenen Gebirgsziege.
Montalcino
Rund um Montalcino sind die sanften Hügel von Steineichenwäldern und mediterraner Macchia übersät und beherbergen Weinberge und Olivenhaine, Zeugen einer jahrhundertealten Landwirtschaft. Eine aussergewöhnliche und einzigartige Landschaft, – über Jahrhunderte von Bausünden verschont – die uns zu den Unesco-Weltkulturerbe-Schönheiten des Val d’Orcia und dem Naturschauspiel der Crete Senesi führt, bis zur Tenuta Luce der Familie Frescobaldi in Montalcino.
Der Name Frescobaldi ist mit der toskanischen Geschichte eng verbunden. Mit 1000 Jahren Einfluss als Textilhändler und Bankiers im mittelalterlichen Florenz, florierte die Familie während der Renaissance als bedeutende Mäzene von Kunst und Architektur, einschliesslich des Baus der Santa Trinita-Brücke und der Basilika Santo Spirito. Der Weinanbau ist seit dem 14. Jahrhundert Teil des in Florenz ansässigen Weinunternehmens der Marchesi de´Frescobaldi. Zu den damaligen Kunden sollen Michelangelo (mit dem die Familie Wein gegen Gemälde tauschte) und Heinrich VIII. gehören. Als eines der ersten Weingüter in der Toskana pflanzten die Frescobaldis internationale Reben von Chardonnay, Pinot Nero, Merlot und Cabernet Sauvignon an. Das war bereits um 1855. Heute ist Frescobaldi ein bedeutender Name im italienischen Weinbau, der sich immer noch hauptsächlich auf die Toskana konzentriert und immer noch ein Familienunternehmen mit Präsident Lamberto Frescobaldi an der Spitze des Unternehmens ist. Die 30. Generation der Frescobaldis besitzt zwischen Florenz und Grosseto inzwischen neun Weingüter und Anbaugebiete. Darunter die berühmte Tenuta Dell‘ Ornellaia in Bolgheri, die 2005 übernommen wurde. Die einzigen Weinberge ausserhalb der Toskana liegen im Friaul. Dort hat sich Frescobaldi am Weingut Attems beteiligt, um sein etwas rotlastiges Portfolio mit grossartigen Sauvignons und Chardonnays abzurunden.
Lamberto Frescobaldi

Nach einer holprigen Fahrt über staubige Kieswege sind wir am Ziel. Abgeschiedenheit und Wildnis empfangen uns. Weit und breit keine Stadt in Sicht. Hier, eingebettet in die sanften Hügel südwestlich von Montalcino liegt die Tenuta Luce della Vite: 249 Hektar Land, davon etwa 88 Weinberge. Mit seinen knapp 30 Jahren das jüngste Projekt der Frescobaldis. Sein Hauptakteur Luce feiert 2021 mit dem Jahrgang 2018 sein 26. Jubiläum. Der Ikonische Blend entsprang einer gemeinsamen Idee von Vittorio Frescobaldi und Robert Mondavi, einer der Pioniere des amerikanischen Weinbaus. Ihre Söhne Lamberto und Tim, beide erfahrene Önologen, schufen damals eine Cuvée, bei der sich die betörende Frucht des Sangiovese mit dem weichen, herb-würzigen Charakter des Merlots verbindet. 1993 wurde der erste Luce abgefüllt und 1997 zusammen mit dem Jahrgang 1994 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Als Mondavi Ende 2004 von Constellation Brands geschluckt wurde, übernahmen die Frescobaldis das Projekt komplett. Danach kümmerte sich Lamberto Frescobaldi persönlich zwölf Jahre lang um den Luce. Um den Namen in der Region stärker zu verankern, rief er einen Luce Brunello di Montalcino ins Leben, der 2007 mit dem Jahrgang 2003 auf den Markt kam.

Saftige Wiesen auf der Göscheneralp.
Vittorio Frescobaldi und Robert Mondavi

Bis vor wenigen Jahren diente als Luce-Produktionsstätte das Weingut Castelgiocondo, das an die Weinberge von Luce angrenzt und Heimat des gleichnamigen Brunello der Familie Frescobaldi ist. Lamberto liebäugelte schon länger mit dem in unmittelbarer Nachbarschaft zu Castelgiocondo liegenden Weingut Logonovo, das dem Schweizer Investor Marco Keller gehörte. Schlussendlich erklärte sich dieser bereit, sein modernes Weingut aus dem Jahr 2011 inklusive Bauernhaus und etwa 25 Hektar Weinbergen an Frescobaldi zu verkaufen. Dieser war froh, die Landschaft nicht durch Ausgrabungen eines weiteren Kellers zu verschandeln und passte das weitgehend fertig gestellte, unterirdische Kellereigebäude seinen Vorstellungen an. Seit 2018 hat Luce endlich ein Zuhause, das dem Renommée des Weins gerecht wird.

Und mit Stefano Ruini wurde 2017 erstmals ein Vollzeit-Direktor für das Weingut verpflichtet. Wir treffen den renommierten Önologen vor dem Eingang zur Tenuta Luce Della Vita, wo er auch wohnt – direkt über dem Weinkeller in einem alten Landhaus umgeben von einem prächtigen, mediterranen Garten, der die Handschrift des Gartendesigners Richard Shelbourne trägt.

Stefano Ruini

Ruini kutschiert uns in seinem staubüberzogenen BMW X1 über Stock und Stein, hinein in die Weinberge. Tenuta Luce verfügt über einige der höchstgelegenen Parzellen der Region und liegt zwischen 300 und 450 Metern über dem Meeresspiegel. Das helle und intensive Licht und der ständige Wind, der tagsüber warm und nachts kühl ist, begünstigen ein trockenes und gemässigtes Klima, das den Trauben eine vollständige Reifung ermöglicht und ihre Gesundheit und ihr aromatisches Erbe bewahrt. Auf einer Hügelkuppe halten wir. Ruini bückt sich, greift sich ein Stück ockerfarbene Erde und bricht sie auseinander. Reich an Sedimenten, Schiefergestein mit Kalkmergel und Ton. «Ich mache eigentlich nichts anderes, als der Natur zu helfen, das beste Ergebnis zu liefern». Dazu gehöre es, dass man zwischen den Rebstöcken verschiedenste Wildkräuter pflanzt, die mit ihren Wurzeln den Boden lockern und deren Blätter später als Dünger wirken. «Die Natur regelt das meiste für uns, wenn sie intakt ist. Und das heisst vor allem: Beobachten, beobachten, beobachten», fügt er hinzu. In den höheren Lagen bietet der an Galestro (blaugrauer Kalkmergel) reiche, gut drainierte Boden optimale Bedingungen für den Sangiovese, die niedrigeren Anbauflächen mit den tonreicheren Böden sind bestens geeignet für den Merlot. Gearbeitet wir nachhaltig unter Verwendung organischer Substanzen und natürlicher Anbaumethoden bei niedrig gehaltenem Ertrag und Lese zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Dies bestätigt uns auch Stefano Ruini: «Wir arbeiten nach strengen ökologischen Prinzipien, weisen dies aber auf den Etiketten nicht aus.» Nach seinem Weinbau- und Önologie-Studium an der Universität Piacenza war der 59-jährige 20 Jahre lang bei namhaften Chateaux im Médoc tätig. Dabei reifte in ihm auch die Überzeugung, dass Kenntnis und Respektierung des Terroirs – also der Widerspiegelung der individuellen Umstände des Weins – für den Wein zwingend notwendig sind. «Nur so kann ein grosser Wein ein Maximum an Originalität und Typizität erlangen», glaubt er.


Auf der weiteren Stippvisite durch die Weingärten schweifen unsere Augen entlang der grünen Reben, die den Beeren den notwendigen Schatten geben, erfreuen uns am hügeligen Schwung des Besitzes, und stehen schliesslich vor dem Allerheiligsten, dem neuen unterirdischen Weinkeller. Beim Betreten des Weinkellers fallen sofort die massiven, brombeerroten Betontanks auf, die bewacht werden vom Markenzeichen des ersten Merlot-Sangiovese Blends aus der Montalcino Region: Ein Strahlenkranz aus 12 Flammen, inspiriert von einer Darstellung des Sonnen-Symbols vom Hochaltar der Florentiner Kirche Santo Spirito. Die Idee zum Namen hatte Robert Mondavis Frau Margrit, die nach einem heftigen Gewitter «Ecco la luce», gerufen haben soll, nachdem sich die Sonne wieder zeigte.

In 96-HL-Betontanks wird der Wein mit Umgebungshefen vergoren.

Einer der ersten Schritte Ruinis war es, für alle drei Weine, die mit Naturhefen vergoren werden, die alten Edelstahl- und Holzfermenter durch diese tulpenförmigen Betonbottiche, welche in Padua massgefertigt wurden, zu ersetzen. «Sie lassen den Wein ein bisschen atmen», erklärt uns Ruini. Zudem wolle er nicht noch mehr Holz hinzufügen bei zwei Jahren Fassreifung. Beton sei neutral. Und statt kleinerer Barriques, die für die Reifung des Sangiovese verwendet wurden, setzt Ruini auf grosse Eichenfässer, da die Reifung in grossen Fässern ein langer, schonender Prozess sei.

Stefano Ruini überprüft den Luce Brunello, der in grossen Eichenfässern reift.

Der neue Keller wurde als eine Art unterirdischer Tempel geplant. Dabei kombinierte die Architektin Luciana Bassan geschickt Ästhetik und Technik. Ein langer Korridor aus verglastem Lavagestein dominiert den Keller, der über ein fünf Meter hohes Gewölbe erschlossen wird, das als Bindeglied zwischen dem Aussenhof und den unterirdischen Räumen dient. Dreh- und Angelpunkt des Weinkellers ist die Cantina Storica, die Weinbibliothek, in der alle Jahrgänge von Luce und eine Auswahl von Luce Brunello aufbewahrt werden. «Sicher wie ein Schweizer Bankschliessfach», scherzt Ruini, dessen Mutter aus Neuenburg stammt. Als mittelalterliche Bibliothek konzipiert, ist der Raum vom eingelegten Boden über die Kassettendecke bis hin zu den klassizistischen Säulen vollständig mit Canaletto-Nussbaum verkleidet. Das Licht der hinterleuchteten Vitrinen, die die Sammlungen enthalten, soll an Sonnenstrahlen erinnern.


Während der anschliessenden Vertikale stellen wir fest, dass die verkosteten Wein durch die Widerspiegelung der jeweiligen Jahrgänge bestechen – Jeder Jahrgang steht für sich und ist individuell von seinen jeweiligen Umständen geprägt. Aus dem Namen Luce wurden auch die Bezeichnungen der anderen Weine der Tenuta abgeleitet: der «kleine Bruder» Lucente, der die Fässer von Luce nach einem Jahr erbt und der fruchtbetonter und leichter zugänglich ist als der Luce, sowie der Brunello di Montalcino. «Mit nur 18‘000 Flaschen ist er der rarste Wein im Luce-Trio», sagt Ruini. «Der Durchschnittsertrag wird bewusst sehr niedrig gehalten, damit die Trauben ihre rebsortentypischen Eigenschaften entwickeln. Die Merlot-Trauben und die einige Wochen später reifenden Sangiovese-Trauben werden auf dem Sortiertisch per Hand verlesen, entrappt und auf die Parzelle abgestimmt vergoren».

Tenuta Luce della Vite ist eine Welt, die sich auch Besuchern gerne öffnet und sich seit 2019 mit einem Agriturismo schmückt, das innerhalb der mittelalterlichen Burg Castelgiocondo liegt. Die alte Festung bewacht seit über eintausend Jahren die Strasse zwischen dem Hafen Talamone und Siena. Die Familie Frescobaldi hat das Gut, welches von einem antiken Turm dominiert wird, 1989 erworben und jetzt aufwändig renoviert. Die sieben Zimmer zeugen von stark zeitgenössischem Geschmack, der die Vergangenheit respektiert. Ein kleines Spa, ein eleganter Wohnbereich und eine exzellente Gastronomie vervollständigen das Angebot.


Gastkoch ist Alessandro Zanieri. Der in Florenz geborene Küchenchef durfte bereits in vielen namenhaften Hotels und Restaurants arbeiten. Seit 2002 arbeitet er mit dem Weinhersteller Frescobaldi zusammen. Seine Kreationen spiegeln die Schönheit der toskanischen Landschaft und Lebensart wider. Die frischen Zutaten stammen von den lokalen Bauernhöfen, die Zanieri in seine ständig wechselnden Speisekarten einfliessen lässt. «In der Toskana ist jeder mit den Jahreszeiten und den Bauern verbunden», erklärt uns Zanieri beim Lunch. Zwar dominiert der Wein, aber das Gebiet ist reich an weiteren Spitzenprodukten, von Wurstwaren bis Pecorino, von extra nativem Olivenöl (es gibt tausend Hektar Olivenhaine) bis zu Safran, von Honig (von dem Montalcino der erste Produzent in Italien ist) über Dinkel (70% der nationalen Produktion wird hier angebaut) bis zu Getreide und mehr.






Unter den Produkten, die nach Jahren der Vergessenheit wiederentdeckt wurden, erfährt das rote Gold des Val d’Orcia eine Wiederbelebung. «Unser Safran gilt nach dem Safran Sardiniens als der Beste in Italien. Die Analysen zeigen es. In einer globalisierten Welt machen wir einen echten Unterschied», ist Mario Saladini von der Pura Crocus Farm überzeugt. «In acht Jahren sind wir zu einem der fünf grössten Produzenten in Montalcino geworden.» In seiner Familie ist Mario Saladini, der mit zwei Partnern arbeitet, kein Vorläufer: Schon seine Grosseltern produzierten Safran. «Vor dreissig Jahren hat das niemand hauptberuflich gemacht. Es war wie mit dem Honig, der hauptsächlich für den Eigenverbrauch verwendet wurde», sagt er. Mit seinen Mitarbeitern konnte er die Anbaufläche auf eineinhalb Hektar vergrössern. Jährlich ernten sie acht bis zehn Kilogramm Safran. Neben Safranfäden und gemahlenem Safran veredelt die Pura Crocus Farm damit zertifizierten toskanischen Akazienhonig, aber auch Kräutertees, Bier und Cantucci. «Conad ist einer unserer Abnehmer aber auch die Nachfrage von Pharmaunternehmen ist hoch». Warum hat er nicht Brunello gemacht, wie viele andere? Mario Saladini seufzt, dann scherzt er. «Das wäre zu einfach gewesen!». Ernster fährt er fort: «Wir wollten diversifizieren, andere Produkte hervorheben. Ausserdem ist es unsere grosse Leidenschaft, hier wieder Safrananbau zu betreiben und gleichzeitig die Natur und Artenvielfalt unserer Gebiete zu erhalten.» Auch gefällt ihm der Arbeitsprozess – Safrananbau wird vollständig von Hand ausgeführt. «Dabei fühle ich mich wie ein echter Handwerker, was mich mit Stolz erfüllt.»

In der Nähe von Buonconvento treffen wir Francesco, Pietro, Giovanni und Raimondo. Ihr «Babbo» Pietro war ein sehr geschickter Käser, der sein Handwerk in seinem Holzhaus in den sardischen Bergen ausübte, Schafe züchtete und Pecorino produzierte. Im Juni 1961 segelte er mit seinen Kindern, der Herde, einem Hund und einem Esel auf dem Schiff in Richtung Talamone, um seiner Familie eine bessere Zukunft aufzubauen. Damals stand die toskanische Landschaft im wahrsten Sinne des Wortes «zum Verkauf», nachdem die Abwanderung der Bauern in die Städte die Höfe verwaist hatte. Nach der Landung arbeitete er Chiusure, einer kleinen Stadt in der Gegend von Siena. Im folgenden Jahr zog er nach Buonconvento und arbeitete auf dem Bauernhof Le Sale, der aus fast 100 Hektar Ackerland und 4 Gebäuden besteht, wo er beschloss, Wurzeln zu schlagen. Es war die erste sardische Familie, die sich in dieser Gegend niederliess.

Heute führen die vier Brüder den Hof in der dritten Generation mit der gleichen Liebe und den gleichen Idealen. Die Chironi bewirtschaften das Land biologisch, produzieren ihr eigenes Futter für die Zucht ihrer rund 500 Schafe und 70 Ziegen. Aus ihrer Milch stellen sie in ihrer kleinen Käserei unter dem Bauernhof natürlich gereiften Ricotta-, Raveggiolo- und Pecorino-Käse von ausgezeichneter Qualität her, manchmal verfeinert mit dem weissen Trüffel der Crete Senesi. «Wir habe eine ultrakurze Lieferkette», erzählt uns Raimondo stolz, der zur Käseherstellung gemäss dem von Grossvater Pietro überlieferten Molkereiwissen nur frisch gemolkene Milch und Salz verwendet. Ihr Wissen geben die Brüder gerne an interessierte Besucher auf Voranmeldung weiter. Nur schon die Anfahrt durch die toskanatypische Zypressenallee zum Bauernhof Le Sale ist ein Erlebnis für sich. Nach dem Besuch des Stalls und der Käserei verkosten wir die verschiedenen Käsesorten mit Carasau-Brot (typisch sardisch), trinken dazu einen einfachen Landwein und erquicken uns an der absoluten Schönheit der umliegenden Landschaft. Hier ist es dem Menschen in der Tat gelungen, eine Beziehung des tiefen Respekts zur Natur aufzubauen, sie im Laufe der Jahre vor Missbrauch und Bauspekulationen zu bewahren und gleichzeitig den Charme und die Magie eines unberührten Landes zu bewahren, das im Laufe der Zeit immer noch reich an Biodiversität ist. Auf jeden Fall ist es sicher, dass in Verbindung mit der unberührten Schönheit der Landschaft und der Qualität der Architektur die Vielfalt der Produkte aus dieser Region einen Aufenthalt im Orcia-Tal zu mehr als einem einfachen Urlaub machen. Das haben auch Weinproduzenten wie die Frescobaldi verstanden, die nun auch auf «Agrotourismus» setzen. Aber ein Qualitäts-Agriturismo. Es steht ausser Frage, dass sie ihr Territorium dem Massentourismus überlassen, der so viele prächtige Stätten wie Siena, Florenz oder San Gimignano erobert hat.


Die Toskana – sagt ein Sprichwort – ist der italienische Entwurf vom Paradies. Versteht man unter dem Paradies den Inbegriff höchster Harmonie, so untertreibt dieses Sprichwort nicht.

Tenuta Luce della Vite

Der Weinkeller steht allen Weinliebhabern nach Voranmeldung unter www.lucedellavite.com für Besuche und Degustationen offen.


Agriturismo Tenuta CastelGiocondo Übernachtung: ab 180 Euro pro Zimmer, Frühstück inklusive. Tenuta Luce Loc. Castelgiocondo Montalcino (Siena) t. +39 0577 84131 info@lucedellavite.com www.lucedellavite.com



Die Weine der Tenuta Luce

Die erste und wahre Ikone des Anwesens ist Luce, der auch der erste Montalcino-Wein war, der aus einer Mischung von Sangiovese- und Merlot-Trauben (ca. 50% Sangiovese, 50% Merlot) hergestellt wurde; Lucente, der Zweitwein, besteht zu 75% aus Sangiovese und zu 25% aus Merlot und reift ein Jahr im Barrique, bevor er in Flaschen abgefüllt wird; Lux Vitis hingegen ist der neueste und ein exklusiver Wein, der aus einem kleinen Cabernet Sauvignon-Weinberg, der 2004 gepflanzt wurde, mit einem kleinen Anteil Sangiovese, der ihm weiteren Charakter verleiht, zum Leben erweckt wird; Schliesslich Luce Brunello (100% Sangiovese), deren Trauben von den 11 Hektar des im Register von Brunello di Montalcino eingetragenen Weinguts stammen und eine echte Hommage an dieses grossartige Produkt sind, das den Namen des Dorfes untrennbar mit der hochwertigen Önologie verbindet.



 

DOLCE VITA TIPPS:

Azienda Agricola Fior di Montalcino Podere Macina – 53024 Montalcino (SI) Familie Chironi stellt ihren Pecorino Fior di Montalcino in der Nähe von Buonconvento im Unternehmen Le Sale her (Betriebsführungen und Käseverkostungen sind auf Voranmeldung möglich). Seit 1970 grasen ihre Schafe auf biologisch bewirtschafteten Flächen. www.fiordimontalcino.it












Pura Crocus Farm

S.P.55 Loc. Primo Ponte 209/C – 53024 Montalcino (SI)


Pura Crocus verkauft völlig natürlichen Safran aus der Toskana, im Herzen des Val d'Orcia, in den Gemeinden San Quirico d'Orcia und Montalcino.

www.puracrocus.com




Osticcio Ristorante Enoteca
Via Matteotti 2353024 Montalcino (SI)

Die Küche ist eine Mischung aus den Reisen von Chefkoch Ronald Bukri um die Welt – die der Gast in Gerichten wie Artischocken und Topinambur oder den Tauben-Bierhefe-Ravioli findet – und der Tradition der Pici (in Montalcino Pinci genannt) mit Wildragout, Pecorino di Pienza und Ribollita.

www.osticcio.it