Die Weine des «Mr. Verdicchio».

Buonvini - der Name verrät es bereits: Italienische Weine sind die Passion der sehr persönlichen Weinhandlung an der Zeughausstrasse in Zürich. Der diplomierte Sommelier Nicola Mattana begleitet Sie dort auf Ihrer Entdeckungsreise durch die Welt des Weins mit viel Engagement und Wissen. Diesmal nimmt er uns mit in die Marken zu einem der besten Weinproduzenten dieser Italienischen Provinz.

Schon im Jahr 2005 schrieb die Zeitung New York Times einen Artikel mit dem Titel: “Is Le Marche the Next Tuscany?”. Damals waren die Marken für die meisten Touristen aus dem Ausland eine noch unbekannte Region Italiens. Vielleicht kannte man gerade ein paar Ortschaften entlang der Küste, wie Pesaro und Fano, oder die Hafenstadt Ancona, um von dort aus per Fähre nach Kroatien zu fahren. Auch für die Italiener waren die Marken (ja genau, die Region hat einen Plural Namen), ein einmaliger Fall in Italien. Der Begriff „Marken“ entstand aus der Bezeichnung „Mark“ für ein Grenzgebiet des Heiligen Römischen Reiches. vielleicht gerade mal eine Durchfahrtsregion auf dem Weg nach Süden. Die Marken kennzeichnen sich durch ihre sanfte Hügellandschaft aus. In der Tat besteht die Region zu 70% aus Hügeln, auf deren Spitzen sich die Ortschaften befinden. Dank ihrer Lage jenseits der Hauptverkehrsachse Mailand – Rom konnte sie viel vom alten Charme Italiens bewahren. In manchen kleinen Ortschaften in den Hügeln glaubt man, das Leben ist hier in den 1970er Jahren stehengeblieben.


König der Weine in den Marken ist sicherlich der DOCG Wein Verdicchio aus den Hügeln von Jesi, sicherlich einer der besten Weissweine Italiens. Er hat einen charakteristischen delikaten Duft und einen trockenen, harmonischen Geschmack, mit einem angenehm bitteren Nachgeschmack. Gut 60 km westlich von Ancona, der Hauptstadt der Marken, befindet sich das Dörfchen Barbara. Genau hier betreibt Stefano Antonucci sein Weingut Santa Barbara. Als Sohn eines Bäckers und einer Grundschullehrerin bekam er früh ein Wertesystem mit, das sich als ideal erwies für seine heutige Tätigkeit als Winzer. Neugier, Aufmerksamkeit, Lust auf Neues sowie Zuversicht ließen ihn 1994 seinen bisherigen Job in einer Bank an den Nagel hängen, um seinen Traum wahr zu machen: Weine anbieten, die Weinliebhaber begeistern. Die Stunde für „Santa Barbara by Stefano Antonucci" hatte geschlagen. Santa Barbara ist eines der Weingüter, das mittlerweile zu den besten Produzenten in den Marken zählt. Die Weine des Gutes zeichnen sich durch frische Frucht und Eleganz aus. Nicht zu unrecht, wird Stefano Antonucci auch gern als „Mr. Verdicchio“ bezeichnet. Antonucci strahlt die Gelassenheit aus, die verdienter Erfolg verleiht. Er muss sich und anderen nichts mehr beweisen und hat die Verantwortung für die Weinbereitung und die Geschäfte weitgehend in die Hände zweier junger Brüder gelegt, Roberto und Daniele Rotatori, der eine für den Keller, der andere fürs Marketing zuständig.

Der Degustationsraum in der Cantina Santa Barbara

Ganz der Wein des Chefs ist der „Verdicchio Castelli di Jesi Classico Superiore Stefano Antonucci“, ein makelloser, in sich stimmiger Verdicchio, bei dem sich die vielschichtigen fruchtigen und mineralischen Noten in vollkommener Balance befinden – besser geht's nicht. Den ungestümen Experimentierdrang des jungen Daniele verkörpert dagegen der „Back to Basics“, bei dem der Schriftzug auf dem Etikett sich optisch, ein wenig frech, an den berühmten Loire-Wein Coulée de Serrant anlehnt. Der Weißwein lag sieben Monate auf der Maische und bringt entsprechende Gerbstoffe mit, ist spontan vergoren, ungefiltert, ungeschönt. Ein Wein mit Ecken, Kanten und Tiefe, der ein bisschen nach Weihrauch duftet. Ganz der Patron wiederum ist der monumentale „Mossone“, ein reinsortiger Merlot mit Wucht und Finesse, Kraft und schmeichlerischer Eleganz, auf den Stefano Antonucci wirklich stolz sein darf.


www.santabarbara.it

Stefano Antonucci über den Erfolg seiner Weine:
Stefano Antonucci

«Das Geheimnis besteht darin, einen Wein zu machen, der zuerst einmal mir selbst gut schmeckt, einen Wein, auf den man Lust hat, zu trinken. Wer mich kennt, weiss, dass meine Weine tatsächlich auf diese Weise entstehen. Man hat mich oft als einen visionären und eklektischen Weinproduzenten auf ständiger Suche nach stilistischer Vollkommenheit bezeichnet. Ich finde mich in diesen Worten sehr gut wieder, da sie meine einstige wie heutige Philosophie perfekt beschreiben. Entsprechend sah mein erster Schritt in die Welt des Weins aus: Ich kreierte den Wein Pignocco, produziert aus weissen und roten Trauben, mit dem ich meinen Wechsel vom Bankangestellten zum Weinproduzenten vollzog. Mit Pignocco, der noch heute bei uns einen wichtigen Marktanteil innehat, wurde aus dem genossenschaftlichen Familienbetrieb die jetzige Weinkellerei Santa Barbara, und auf diese erste Erfahrung folgten zahlreiche neue Abenteuer und Weinexperimente, auf die ich sehr stolz bin».




Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico «Le Vaglie» 2018 DOC

Verdicchio dei Castelli di Jesi Classico «Le Vaglie» 2018 DOC

1992 entstand dieser Wein, mit der Absicht, aus der Tradition auszubrechen. Dabei führte die Experimentierfreude zu einem Wein, der die jahrhundertealte Winzertradition der Marken dennoch aufrechterhält. Um das zwanzigjährige Jubiläum seiner Kreation zu feiern, hat das Weingut Santa Barbara den Wein mit neuen bunten Etiketten auf den Markt gebracht. Stahltank. Alkohol 13%. 90/100 James Suckling. CHF 17.50 bei buonvini.ch

Marche Rosso 'Stefano Antonucci' 2017 IGT

Marche Rosso «Stefano Antonucci» 2017 IGT

«Dieser Wein hat seinen Ursprung in der Entscheidung, internationale Rebsorten mit unserem traditionellen Montepulciano zu vereinen. Einen Wein zu keltern und zu sehen, wie er sich entfaltet, macht stolz und zufrieden» (Stefano Antonucci). Traubensorten: 40 % Montepulciano,40 % Merlot,40 % Cabernet Sauvignon. 6 Mt. Barrique. Alkohol 14%. 2/3 Bicchieri Gambero Rosso, 93/99 LM. CHF 26.– bei buonvini.ch

Rosso Piceno «Il Maschio da Monte» 2018 DOC

Die Montepulciano-Rebe reift erst spät und benötigt sehr viel Sonne. Daher wird sie in den heisseren Regionen Italiens angebaut. Die Farbe der Beeren reicht von dunkelblau bis blauschwarz. Sie weisen eine dicke Schale auf, die reichlich Tannin enthält. Die Rotweintraube Montepulciano ist sehr ertragreich und wird in Italien sehr häufig angebaut. Neben der Rebsorte Sangiovese ist sie die wichtigste Rebsorte Italiens und sie wird gerne als Verschnittpartner der Sangiovese-Traube, aber auch von Merlot oder Cabernet Sauvignon eingesetzt und ist Bestandteil in vielen Weinen, jedoch selten der Hauptanteil, da sie farb- und tanninverstärkend wirkt. Daher ist der Maschio da Monte so besonders und verhalf der traditionellen Rebsorte zu neuem Glanz. 18 Mt. Barrique. Alkohol 14%. 2/3 Bicchieri Gambero Rosso. CHF 39.– bei buonvini.ch